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Zum Todlachen

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Zum Todlachen

Meine Mutter hat keine Lungenembolie, das haben sie hier heute Vormittag ausgeschlossen!!!“ schrie er, als die Oberärztin, die man auf der Station ansonsten so gut wie nie zu Gesicht bekam, die Krankenschwester lautstark anwies, ihr eine Spritze aufzuziehen, um der 76-jährigen, auf dem Bett liegenden und um Luft ringenden, bereits blau angelaufenen Patientin das Leben zu retten.

Seine Mutter bekam die Spritze. Trotzdem, denn vermutlich musste es einfach schnell gehen. Irgendwie.

Als seine Mutter wieder Luft bekam und die Panik aus ihrem Gesicht verschwunden war, konnte er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Immerhin hat es geholfen“ dachte er bei sich.

Vor drei Tagen war seine Mutter mit akuter Atemnot als Notfall eingewiesen worden und was die beiden seitdem an Sonderlichkeiten in diesem Krankenhaus (wie so oft auch in anderen deutschen Krankenhäusern & Reha-Einrichtungen) erleben mussten, ließ ihn innerlich vor Wut schäumen.

Seine Mutter bemerkte diese kurze, der Situation völlig unangemessene Gesichtsentgleisung ihres Sohnes und musste Lachen. Innerlich, denn äußerlich hatte sie dazu keine Kraft.

Erst nach einigen Minuten sah sie ihren Sohn an und lächelte. Kurz. Das entging ihrem Sohn nicht und beide sahen sich erleichtert belustigt an. Noch einmal gut gegangen, wie die letzten vier Male auch.

Verzweiflung. Schweigen und Ratlosigkeit.

Was man hierzulande in Krankenhäusern und ReHa Einrichtungen so alles erlebt, ist  – zumindest im Rückblick – viel zu oft ungewollt komisch.

Ginge es nicht um Leben und Tod, wäre es Comedy. Zum Todlachen!

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